Manchmal stellt sich die Frage, was denn wichtiger ist: Innovation oder Qualität? Doch dann stellt man fest: Eigentlich beantwortet sich die Frage von selbst, denn auf Biegen und Brechen innovativ zu sein kann unter Umständen schwerwiegende Folgen in Bezug auf die Qualität haben. The Stompcrash scheinen dies auch gedacht zu haben und stellen sich auf ihrem Debütalbum eindeutig in die Tradition des Gothic Rocks der 80er Jahre mit Bands wie The Cure und Joy Division und zeigen, dass dieser Pfad noch längst nicht ausgelatscht ist. Die musikalische Tradition ist zwar eindeutig herauszuhören, dennoch klingen die Italiener von The Stompcrash alles andere als altbacken.

The Stompcrash spielen Gothic Rock mit wavigen Elementen und haben dieses für diese Art von Musik bekannte Sehnen in ihren Klängen. Dorian beispielsweise demonstriert dies dem geneigten Hörer. Harmonien in Moll, sehnende Melodieverläufe, untermalende Synthieflächen und ein Gesang, der die Melancholie der Grundstimmung der Musik gut zu untermauern weiß. The Stompcrash wollen das Gefühl und die Emotionen ihrer Hörer ansprechen und dies gelingt ihnen auf Requiem Rosa auch ziemlich gut. Meist melancholisch, gelegentlich auch mit apokalyptischem Einschlag und einer dezenten Portion Aggression.

Wenngleich auch bereits herausgestellt wurde, dass hier sicherlich kein Innovationspreis gewonnen wird, so muss man doch eine Besonderheit der Gruppe und ihrer aktuellen CD herausheben: Den Gesang. Dieser ist hier nicht nur einstimmig, sondern zweistimmig ausgefallen: Einmal männlich, einmal weiblich. Und dies auch nicht so, wie man es oft hat, dass das eine Geschlecht das andere ein wenig anreichert, sondern absolut gleichberechtigt, so dass einem hier neben rein männlich und rein weiblich vorgetragenen Stücken auch solche Titel begegnen, bei dem männlicher und weiblicher Gesang gleichberechtigt aufeinander treffen und dabei auch sehr gut harmonieren.

Am Ende kann man so konstatieren: The Stompcrash haben es richtig gemacht. Altbekannten und altbewährten Pfaden haben sie ein neues Leben eingehaucht und zeigen, dass man diese Pfade auch sehr gut bestreiten kann, ohne dabei gestrig zu wirken. Requiem Rosa ist somit wärmstens jedem ans Herz zu legen, der Gothic Rock mag, aber auch jenen, die allgemein gerne mal Rockmusik mit einem leicht düsteren Einschlag hören. Viel Vergnügen!

Homepage: www.thestompcrash.com
MySpace: www.myspace.com/stompcrash

Text: Marius Meyer