Es ist einfach mal an der Zeit. Nach Touren durch ganz Europa, beispielsweise mit The Long Blondes, Richard Hawley und The Von Bondies wie auch einer eigenen Tour und so einigen Top Ten-Hits in den britischen Indie-Charts darf das gar nicht mehr länger warten: Das Debüt von The Sugars mit dem Titel The Curse of the Sugars. Auch, wenn dabei im Titel von einem Fluch die Rede ist: Verfluchen sollte man das Album sicherlich nicht, denn es klingt wirklich gelungen und bietet mal wieder innovative Klänge, die aus der aktuellen Veröffentlichungsflut hörbar herausstechen. Sie selbst nannten es damals im Jahre 2004 einmal Gospel Grunge, was allerdings nur ein Teil der Wahrheit ist.

Dass das mit dem Gospel Grunge aber nicht falsch ist, beweisen sie beispielsweise im Titel Gossip: Die Gospel-Rhythmisierung trifft hier auf die Härte von Grunge, wird dabei aber noch zusätzlich kombiniert mit bluesigen Elementen und einem stampfenden Garagen-Spirit. Ein großes Spannungsfeld also, dass sich die Sugars hier vorgenommen haben. Umso erfreulicher, dass sie diesem auch gerecht zu werden wissen. Und das dabei mit einer angenehmen Verspieltheit. So zum Beispiel in Fairytales Of Love, wo verspielte Rhythmen sich der Liebe annehmen, im Hintergrund Trompeten erklingen und eine staubige Rauheit wie im amerikanischen Südwesten hörbar wird.

Trotz Verspieltheit und großer Genre-Bandbreite verlieren The Sugars nie ihren roten Faden aus den Augen und vereinen alle Einflüsse und Aspekte ihrer Musik gut unter dem Deckmantel The Curse of The Sugars und präsentieren ein abwechslungsreiches wie innovatives Indie-Album, das in jeder Hinsicht überzeugen kann und auch gesanglich durch den abwechselnden Gesang von Mann und Frau stimmig ist. Es gibt nur da wieder diesen einen Kritikpunkt, den dieses Jahr schon so oft zeigte: Die Länge. Oder auch Kürze. Mit 36 Minuten wäre unter Umständen eine Schallplatte gut ausgelastet gewesen, auf CD-Länge aber erscheint dies etwas dünn – zumal nicht anzunehmen wäre, dass bei zwei bis drei weiteren Stücken Qualität auf der Strecke geblieben wäre. Dazu überzeugen The Sugars auf den elf enthaltenden Titeln viel zu deutlich.

Homepage: www.thesugars.co.uk
MySpace: www.myspace.com/thesugars

Text: Marius Meyer