Die Tindersticks sind ja auch mal wieder so eine lange Geschichte. Offiziell 1991 gegründet, näheren sie sich nun unaufhaltsam schon dem zwanzigjährigen Jubiläum. Sieben Alben, kleinere Umbesetzungen, fünf Film-Soundtracks, unzählige Konzerte – all das ist kein Grunde, ans Aufhören zu denken. Daher gibt es nun anno 2010 mit Falling Down A Mountain nun das achte Studio-Album, das in Trio-Besetzung in zwei Studios in Frankreich sowie Belgien aufgenommen wurde und dabei noch einige Gastmusiker mit einfließen lässt, die für das volle Klangbild sorgen. Dabei entstand ein vielschichtiges Album, auf dem sich die Tindersticks in einer guten Form präsentieren.

Der Titeltrack Falling Down a Mountain eröffnet das Album zunächst auf eine rituell anmutende Art und Weise. Mit der Perkussion, den Blasinstrumenten und dem verhaltenen Songverlauf ist das hier fast schon ein rituelles Ambient-Stück – wäre da nicht der Gesang von Stuart Staples, der für den typischen Sound sorgt. Im weiteren Verlauf nähert sich das Album dann schnell den Tindersticks an, wie man sie vor allem kennt. Ruhige Indie-Musik mit Folk-Einschlag, wie beispielsweise She Rode Me Down beweist, das melodiös im gediegenen Folk-Tempo mit Gitarren, Perkussion, aber auch Flöten für Begeisterung sorgt.

Das Gefühlsspektrum wird auf dem Album gut ausgereizt und reicht von sehr nachdenklich bis zum Optimismus. Dies spiegelt sich auch in den verschiedenen Dynamiken der Songs wieder. Neben dem rituellen Beginn und dem Folk-Einschlag begegnen dabei auch Stücke, die sehr nah am Rock sind, wie zum Beispiel Black Smoke, das mit rauen Gitarrenriffs aufwartet. Gelegentlich wirkt das Album dabei ein wenig Lo-Fi – dies allerdings sollte man wohl ganz klar unter „war so intendiert“ subsumieren.

Ein auf jeden Fall gelungenes Album, das zeigt, dass auch so nah am Jubiläum noch wirklich gute Outputs denkbar sind. Eine echte Institution eben, die Tindersticks.

Homepage: www.tindersticks.co.uk
MySpace: www.myspace.com/tindersticksofficial

Text: Marius Meyer