„Menschliches, Allzumenschliches.” Hier muss man einfach Nietzsche anstrengen, um eine plausible Beschreibung für die Tonkunst von Toni Mahoni zu finden. Denn genau das ist es, was Toni Mahoni – der Star der Podcast-Szene, der nun endlich ein richtiges Album veröffentlicht – auf seinem Debütalbum Allet is eins bietet. Seine Themen sind das Alltägliche, was jeden angeht: Kaffee, Alkohol, Tauben, die S-Bahn, Fleisch, der Straßenverkehr. Eben alles das, was einem mehr oder minder regelmäßig begegnet. Toni Mahoni verpackt dies in einer subtil humorvollen und selbstironischen Spielweise von Singer-/Songwriter-Musik, die gleichermaßen witzig und dabei doch nicht albern wirkt.

Über den Alltag haben sicherlich viele Musiker schon gesungen, aber kaum einer nimmt dies so wortwörtlich und behandelt es im gleichen Moment so subtil wie Toni Mahoni. Das geht bereits kurz nach dem Aufstehen los: „Kaffee trinkt doch jede Sau // im Büro und auf dem Bau // [...] // Doch da gibt es Unterschiede // Trinkste Schwachen, biste prüde // trinkste stark, biste stark // wie das ja das Wort schon sagt.“ Das sieht vielleicht nun platt aus, aber einen Moment später merkt man als aufmerksamer Hörer: Da hat einer Recht. Hier wird der Alltag beobachtet und in mehr als nur oberflächlicher Betrachtung detailgetreu wiedergegeben. Und dies macht Herr Mahoni bei den verschiedensten Themen: Mehr als nur lustig ist auch der Titel Taube, eine Odé an jenes Tier, über das sich sicherlich jeder schon einmal aufgeregt hat, wenn er an der Pommes-Bude friedlich seine Portion Pommes essen wollte.

Musikalisch betrachtet ist Toni Mahoni (wie eingangs schon erwähnt) sehr Singer-/Songwriter-orientiert. Eine klar gespielte Akustikgitarre und muntere Perkussion bieten die Grundlage für die gebotene Alltagsphilosophie, hinzu kommen auch oft Keyboard-Töne. Elemente aus Folk, Blues und Pop sind auch deutlich herauszuhören. Es macht durchaus Spaß, sich das anzuhören und man ist auch in einer interessanten Art und Weise bewegt. Toni Mahoni versteht es, seinen Hörer irgendwo zwischen den beiden Polen „wie kommt man denn auf so was“ und „da trifft es aber jemand auf den Punkt“ zu bewegen.

Allet is eins, erläutert uns Toni Mahoni im Albumtitel. Wie Recht er damit hat, beweist er mit dem Album. Denn alles, was er uns mitteilt, begegnet dem Hörer irgendwann in der einen oder anderen Art und Weise in seinem Leben. Das, was er bietet, ist weit über Stammtischniveau und weitaus tiefsinniger, als der erste Eindruck einem eventuell vorschwindeln möchte. Wo Titanic, Focus und Deutschlandradio sich über die Qualität einig sind, kann es eigentlich nur einer richtig gemacht haben. Und nach der Begutachtung dieses Albums bleibt nur, sich dem positiven Grundtenor anzuschließen. Das hier ist mehr als nur „mal was anderes“. Nein: Das hier ist sogar richtig gut!

Homepage: www.tonimahoni.de
MySpace: www.myspace.com/tonimahoni

Text: Marius Meyer