Auf diversen lokalen und größeren Wettbewerben schaffte es die aus Berlin stammende Rockband Tonträger auf die vorderen Plätze und brachte vor etwa einem Jahr ihr bereits drittes Album mit dem Namen Kabelsalat heraus, auf welchem sie eine Mischung aus Ska, Punk-Rock und Rockabilly-Klängen mischen. Das Besondere daran sind immer die Texte, die so gut wie nie ohne Ironie auskommen und mit durchgehend abgedrehten Reimen enorm viel Sprachverliebtheit erkennen lassen und sofort ihren Ohrwurm-Charakter entfalten, sodass sich die Lieder sehr schnell im Ohr festkrallen und auch kaum noch rauskommen wollen.

Kabelsalat macht einfach direkt nach der ersten Minute Spaß und man hört gerne den amüsanten Texten zu. Sehr schön, dass sich diese auch von simplen Punk-Klischees unterscheiden und auch niemals in irgendwelche Niveau-Gruben gegriffen wird. Stattdessen werden Themen auf sehr ironische Weise behandelt, bei denen dem Hörer häufig aus der Seele gesprochen wird: Sei es die Zigaretten rauchende und danach riechende Freundin oder die junge Dame, die aufgrund ihres Vorbaus immer vorgezogen wird – man erkennt oft genug Dinge aus dem eigenen Leben wieder.

Zwar gibt es in den meist originellen Texten auch gelegentliche „Reim dich oder ich dress dich“-Passagen, aber selbst diese passen dorthin wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Frech und erheiternd ist Kabelsalat geworden und beweist auch durchgehend Selbstironie. Spaßig!

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Text: Tristan Osterfeld