Rezensionen & Tonträger Tristan, 31.08.2008
Týr – Land
Land. So kurz und knapp ist der neue Titel der von den zwischen Island, Schottland und Norwegen liegenden Faröer Inseln stammenden Viking Metal-Band Týr. Im Gegensatz zu den Vorgängern ist Land aber kein Konzept-Album geworden. Stattdessen widmet man sich Sagen und Legenden der Wikinger sowie Geschichten aus deren Lebensalltag. Auf Ocean werden beispielsweise die Beweggründe der Wikinger behandelt, warum die Wikinger die Faröer Inseln und Island besiedelten. Im Lied Valkyrian geht es nicht – so wie der Name vermuten – lässt um Heldentum, sondern den grausamen Tod auf dem Schlachtfeld und die Gefühle der Hinterbliebenen. Gesungen wird dabei sowohl in faröischer Sprache und in englisch, wobei ersteres überwiegt.
In der endlosen Zahl „Wikinger-Bands“ und des derzeit auch vorhandenen Wikinger-Hypes gehören Týr zu den wenigen Bands, die dabei nicht in belanglosem Pathos untergehen und sich auch trauen, sich auf ihre eigene Weise der Thematik zu nähern. Týr konzentrieren sich auf die faröischen Traditionen und bedienen sich ebenfalls an traditioneller faröischer Folklore und mischen diese mit traditionellem Metal. Dieser kommt auch im Gegensatz zu diversen anderen Kapellen ohne Keyboard-Einsatz aus, was der Musik noch einmal mehr Authentizität verleiht.
Dazu erhält man hier Lieder, die der Thematik angemessen sind auch die Bezeichnung „episch“ verdienen. Der Titel-Song zum Beispiel ist über eine Viertelstunde lang und die englischen Texte zeugen von ausgefeiltem Songwriting. Das alles sorgt aber auch dafür, dass man für Land seine Zeit braucht, um mit dem Album warm zu werden. Dafür eröffnen sich mit jedem Hördurchgang neue Facetten, wobei einem nach und nach klar wird, dass man es hier mit einem durchaus anspruchsvollen Metal-Album zu tun hat.
Homepage: www.tyr.net
MySpace: www.myspace.com/tyr1

Text: Tristan Osterfeld