Rezensionen & Tonträger Tristan, 30.05.2011
Utopia:Banished – Escape Strategies
Jajaja, wie oft man sich das schon anhören muss: Die Band lässt Genregrenzen hinter sich und klingt ganz eigenständig und erschafft was ganz eigenes. Dass solche Beschreibungen skeptisch machen, ist wohl nachvollziehbar. Umso schöner, wenn ein Projekt dann doch mal zugibt, gar nichts komplett neues zu machen, aber die Einflüsse so kombiniert, dass dabei dann doch etwas rauskommt, was man in der Form dann tatsächlich noch nicht gehört hat. Mit Escape Strategies haben Utopia:Banished genau so etwas hervorgebracht und präsentieren ein Album, das düster und unterkühlt klingt – fast möchte man meinen: Apokalyptisch.
Allerdings erstmal „apokalyptisch“ in dem Sinne, dass man versucht, aus den Überresten einer einstmaligen Zivilisation doch noch etwas aufzubauen, auch wenn alles kaputt zu sein scheint. So klingt Escpae Strategies, als hätte die Band alles Kaputte aus diversen Genres zusammengesucht und es auf CD gepresst: Schon zu Beginn schwankt Knives (are back in action) zwischen Flüstergesang, Verzweiflungsschreien gepaart mit Postrock-Gitarren, die aber schon beinahe doomlastig klingen und elektronischen Klängen. Ähnlich auch auf Breach, das allerdings etwas schneller geworden ist. Everything falls into places ist fast nur elektronisch und mischt Industrial mit TripHop. Punkiger dagegen Untitled No. 4 und mit Pass the Flask gibt es nochmal richtige Weltuntergangsstimmung mit einem Klavier und verzweifelten Metalriffs.
Die Band meint diese EP Klänge wie der Soundtrack zum Gegens-Fenster-Lehnen und Mit-dem-Kopf-durch-Glas-Schlagen. Besser kann man es eigentlich nicht formulieren: Aggression, Resignation, Apathie und Aufbegehren haben jedenfalls selten so gut geklungen.
Homepage: www.utopia-banished.net
Facebook: www.facebook.com/utopiabanished
MySpace: www.myspace.com/kindnessinblindness

Text: Tristan Osterfeld