Rezensionen & Tonträger Marius, 09.09.2010
Volbeat – Beyond Hell/Above Heaven
Da fragt man sich immer mal wieder: Wieso gehen solche Größen so spurlos an einem vorbei? Nicht im Sinne von „am A. vorbei“, sondern einfach völlig spurlos – wertneutral, ganz einfach aufgrund von Unkenntnis. Volbeat zum Beispiel. Allerorten ausverkaufte Hallen, Festivals der Größenordnung Rock am Ring, Support-Slots für Metallica und AC/DC. Bekommt man ja auch alles nicht unbedingt hinterhergeworfen. Das Erfolgsrezept des Dänen-Quartetts ist dabei eigentlich verblüffend simpel: Volbeat rocken! Und zwar konsequent. Was man nun drei Alben lang bewiesen hat, lässt man dann natürlich auf dem vierten Werk Beyond Hell/Above Heaven nicht außen vor.
Im Gros macht Rockmusik der schnelleren und härteren Sorte die 13 Songs des neuen Albums aus. Schnörkellos auf den Punkt gerockt, immer eine Menge Energie und niemals Verschnaufen. Dazu kommen aber eben immer die Einflüsse, die den Klang von Volbeat ausmachen, die man nun in mehreren Richtungen suchen kann, aber am Ende immer wieder zusammenfinden und zum Ganzen werden. Volbeat haben beispielsweise nicht umsonst einen solchen Anklang im Heavy Metal-Bereich, was die Riffs und der Gesangsstil in Who They Are zeigen, das teils an die frühen Metallica erinnert. Oder aber der Rockabilly-Einfluss. Dieser schleicht sich beispielsweise ganz harmlos in 7 Shots an, das sich aber im Verlauf immer weiter Richtung Thrash steigert und mit Kreators Mille Petrozza als Gastsänger brilliert.
Prominenz findet man ohnehin häufiger. Besagtes 7 Shots wird nebenher noch von Michael Denner (Mercyful Fate) an den Saiten begleitet. Evelyn, eins der roheren Metal-Stücke, wird indes von Barney Greenway (Napalm Death) am Gesang unterstützt. Man kann zwar fragen, ob Volbeat diese Form der Unterstützung auf dem Album nötig haben, sollte aber auf der anderen Seite konstatieren: Es bringt eindeutig Farbe in das Album. Dies tun nebenher auch die besagten Einflüsse der verschiedenen Stile und die dazugehörigen Instrumente. Wenn in Heaven Nor Hell, einem druckvollen Rock-Stück, auf einmal die Mundharmonika erklingt, wundert man sich schon – nicht nur über den Einsatz, sondern auch darüber, wie passend das alles anmutet.
Volbeat ist somit ein sehr rundes Album gelungen, das ohne Schwachstellen auskommt. Wenn man nun das Haar in der Suppe sucht, kommt man höchstens zu dem Schluss, dass die großen Überraschungen halt ausbleiben: Man wundert sich zwar hier und da über die Stilvielfalt, aber es wirkt wie ein Album, bei dem man wusste, was von einem erwartet wird. Das jedoch ist nicht schlecht, denn man hört dabei ebenfalls, wie viel Spaß die Dänen dabei gehabt haben, genau dieses aufzunehmen. Daher ein gelungenes Rock-Album der härteren Gangart!
Homepage: www.volbeat.dk
MySpace: www.myspace.com/volbeat

Text: Marius Meyer