Rezensionen & Tonträger Tristan, 28.09.2008
Woog Riots – PASP
PASP. So lautet der Name des zweiten Albums der aus Darmstadt stammenden Woog Riots. PASP? Was soll das denn bitte bedeuten? Es steht für vier Begriffe mit denen wir im Alltag konfrontiert werden: People, Animals, Society und Places. Die CD ist dabei in diese Begriffe unterteilt: Beschäftigen sich die ersten vier Lieder mit den Menschen, geht es bei den nächsten drei um die Tiere, danach folgen vier Lieder die sich mit dem Begriff Gesellschaft beschäftigen und schließlich schließen drei Lieder über alltägliche Örtlichkeiten das Album ab. Die Musik kann dabei ganz eindeutig der Antifolk-Bewegung zugerechnet werden und strotzt nur so soundtechnischen Spielereien, bei denen synthetische und tanzbare Lo-Fi Klänge auf Gitarrenriffs aus dem Punkrock treffen und in harmonischer Weise männlicher und weiblicher Gesang abwechseln.
Thematisch schwankt das Album hin und her zwischen Rebellion, Gesellschaftskritik, nachdenklichen Momenten und einer scheinbaren völligen Belanglosigkeit. Direkt im ersten Lied wird dieses Wechselbad deutlich: People working with computers klingt musikalisch zunächst heiter und beinahe unspektakulär, achtet man aber auch die Texte, wird die Monotonie des typischen Bürohengstes deutlich, die zwar alle andere biographische Hintergründe haben („Some of them have children, some of them have none, some of them are married, some of them have none“) aber letzten Endes alle in demselben Trott an ihren Schriebtischen ihre Arbeit verrichten. In Art Museum wird man wiederum mit dem Alltag konfrontiert: „Don’t drink, don’t smoke, don’t touch in the art museum!“ heißt es dort.
PASP ist aber dennoch keine Werk deprimierender Gesellschaftskritik. Im Gegenteil: Stattdessen wird der alltägliche Schwachsinn, mit dem man sich täglich rumschlägt, mit einem Lächeln und einem Augenzwinkern gesehen. Es wird sich zurückgelehnt, man schaut sich das Treiben an, hat seine Meinung dazu, aber da man es letzten Endes eh nicht ändern kann, fängt man an, drüber zu lachen. Im Grunde die eigentlich beste Art, mit dem eigenen Alltag umzugehen. Verpackt in einem großartigen Album.
Homepage: www.woogriots.de
MySpace: www.myspace.com/woogriots

Text: Tristan Osterfeld